Montag, Oktober 30, 2006

Essen für achtzig Leute vorbereiten

Das habe ich am Samstag gemacht. Aber wir hatten nicht etwa achtzig Leute zum Essen eingeladen. Wir haben das Mittagessen für die nächsten ein oder zwei Monate vorbereitet.

Ich habe, nein, wir haben seit Jahren versucht, die Weihnachtszeit zu entstressen. Flylady und ihr "Cruising through the Holidays"-Plan helfen, aber ich versuche weiterhin, die alltäglichen Haushaltsanforderungen zu minimieren, so dass die wichtigen Dinge mehr Raum einnehmen können. Also habe ich beschlossen, Mega Menu-Mailer auszuprobieren. Das ist eine Variante der in den USA offensichtlich erhältlichen "Freezer Dinners", bei denen man in einen Laden geht und dort Mahlzeiten zusammenstellt, die man dann zuhause einfriert. Ich dachte, es wäre fantastisch, alles für das Essen für einen ganzen Monat parat zu haben.

In der Anleitung steht, das Einkaufen könne ein bis zwei Stunden dauern. Yeah. Ich habe tagelang über die Einkäufe nachgedacht, die Einkaufsliste eine Woche vorher zusammengestellt, das Fleisch am Montag im Bioladen vorbestellt, der rief mich wegen Verständigungsproblemen an ("Was heißt 1 1/2 Kilo Steak? Rind?" "Äh, ich wusste nicht, dass es auch anderes Steak gibt." "Warum steht hier 4 Putenschnitzel und 16 Hähnchenschnitzel? Was ist der Unterschied?" "Äh, das sind verschiedene Tiere."), also musste ich einen Tag später noch mal in den Laden, ich bestellte den Fisch am Mittwoch vor, kaufte am Donnerstag im regulären Supermarkt ein (eine Stunde, dieses Mal mit Auto), ging am Samstag wieder zum Einkaufen, Fleisch und Fisch abholen, zum Markt wegen des Gemüses, wieder zum Supermarkt wegen Dingen, die sie am Donnerstag nicht vorrätig hatten. Schon erschöpft vom Lesen? So sah meine Küche am Samstag nachmittag aus:




Ich hätte bloß Bilder vom Fleisch machen sollen. Wahre Fleischberge. Und mein armer Mann hat es alles gewaschen. Wir haben mit den Vorbereitungen um halb vier angefangen. Im Handbuch steht, dass die Leute zwei bis drei Stunden gebraucht haben, um alles zusammenzustellen. Vielleicht wirklich nur das Zusammenstellen. Wir haben insgesamt ungefähr sechs Stunden damit verbracht, zu waschen, zu schneiden, zu mahlen, einzutüten, zu mischen, Gefrierbeutel zu beschriften und aufzuräumen. Vielleicht haben wir auch deswegen ein bisschen länger gebraucht, weil unser Sohn "geholfen" hat. Aber er war extrem brav. Wir gerieten ein bisschen in Panik, als uns klar wurde, dass seine 'Schlafenszeit schon vorbei war und er immer noch kein Abendessen hatte. Er holte sich selber einen Joghurt. Ich fühlte keinen Hunger, weil ich der "Kopf" des Ganzen war. Die Einzige, die alle Anleitungen lesen und verstehen konnte und sich auskannte. Obwohl das Englisch meines Mannes ausgezeichnet ist, hätte er ein Wörterbuch gebraucht. Man lernt kein Küchenenglisch in der Schule. Ausserdem mussten wir alles umrechnen.

Also, jetzt wo ich genug gejammert und gemeckert habe, bin ich wirklich zufrieden. Wir haben die ganze Aktion angeleiert, um uns für einen Monat keine Gedanken ums Essen zu machen und dann ist uns aufgegangen, dass wir sicher viel länger etwas davon haben werden. Wir sind hier nämlich gar nicht vier Leute. Wir sind zwei und ein bisschen. Also, wenn alles so läuft wie geplant und der Tiefkühler nicht eines unnatürlichen Todes stirbt, können wir jetzt jeden Tag bis Weihnachten köstliches frisches Essen haben. Und es wird nicht sehr lange dauern, es zu kochen. Ich träume schon davon.

Und ich bin wirklich erleichtert, dass mein Mann (der Samstag ziemlich gegrummelt hat: "Wenn ich gewusst hätte, dass das so lange dauert, hätte ich mich nicht darauf eingelassen.") sagte: "Vielleicht sollten wir das jedes Jahr vor Weihnachten machen, damit wir in der Vorweihnachtszeit nicht so viel Stress haben."

Was habe ich also gelernt?

  • Es dauert immer ungefähr doppelt so lange, Leannes Rezepte zu kochen wie alle anderen sagen. (Vielleicht bin ich eine Haushaltsschnecke...)
  • Wenn man so viele Zwiebeln hacken muss, lohnt es sich, die große Küchenmaschine aus dem Keller auszumotten. Man sollte sie nur mit der Hand hacken, wenn man unbedingt muss.
  • Wenn man amerikanische Rezepte in großem Stil kocht, sollte man die Maße vorher umrechnen.
  • Wenn man seine eigenen Gewürzmischungen herstellen muss (ein Teel. Cajun Gewürzmischung, z.B.), sollte man das im Voraus machen.
  • Es ist gut, sich zu vergewissern, dass man die Kühltruhe nicht abtauen muss, bevor man sie aufmacht, um all dieses Essen darin zu verstauen.
  • Man fängt mit dieser ganzen Geschichte besser etwas früher an, so dass man fertig wird, bevor man ins Bett muss.
Was tut ihr, um dem Vorweihnachtsstress vorzubeugen? Und funktioniert es?

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