Montag, Februar 27, 2006

innere Kinder und innere Eltern

Seit ein paar Jahren arbeite ich daran, mein inneres Kind zu fördern, mehr Spaß zu haben und mehr zu spielen. Das ist eine gute Sache, vor allem wenn man kreativ sein möchte ... (Oder seine Leben organisieren möchte, siehe the brat factor.)
Aber in letzter Zeit habe ich einen anderen Teil von mir entdeckt, an dem ich noch arbeiten möchte:

meine innere Mutter.

Der Teil von mir, der sagt: "Ich weiß, Du möchtest jetzt unbedingt noch mehr Schokolade essen, aber das liegt nur daran, daß Du müde bist. Geh' ins Bett, die Schokolade ist morgen auch noch da." Jahrelang habe ich mir selber den Mund verboten, die Schokolade gegessen und bin zu spät ins Bett gegangen. Nachher habe ich mich beschwert: "Ich schaffe es einfach nicht, ich sollte wirklich früher ins Bett gehen." (Oder weniger Schokolade essen.) Lahm. Bemitleidenswert.

Dann habe ich eine ganze Webseite voller Diät-Tagebücher gefunden. Dutzende von Frauen, die sich beklagen, daß sie dem/der Kuchen/Schokolade/Chips/was auch immer nicht widerstehen konnten. Als wenn das Essen sie angreifen und zwingen würde. Oder mich.

Also hat meine innere Mama (nicht meine Mutter-Mutter, sondern der mütterliche Teil von mir) ein paar Regeln für mich aufgestellt. (Eigentlich habe ich nur die übernommen, die ich für meinen Sohn gemacht hatte, allerdings haben wir unterschiedliche Regeln, was das Trinken von Alkohol anbelangt.) Und ich habe mich an die Regeln gehalten. Wahnsinn! Warum ist mir das bloß nicht früher eingefallen? Und nachdem ich eine Weile ziemlich streng mit mir war, kann ich jetzt manchmal sagen: "Okay, aber nur dieses eine Mal." und eine Regel brechen.

Und weil seit Wochen jeder meiner Tageucheinträge mit dem Satz: "Ich bin so müde." anfängt, muß ich jetzt die Extra-Motivations-Tools auffahren. Von heute an bekomme ich für jeden Tag, an dem ich rechtzeitig ins Bett gehe einen Sticker auf meinen Kalender.

Für meine innere Dreijährige.

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